Einmal jährlich, wenn sich die internationale Jazzszene in Saalfelden tummelt, zeigen Musikerinnen und Musiker ihre ungewöhnlichen Sounds. Vor beeindruckender Natur und Bergkulisse – auf Almen, in Konzertsälen und auf weiteren Bühnen in der Stadt – reicht die Bandbreite dabei vom konzentrierten Zuhören bis zum ausgelassenen Tanzen und Feiern. Zum 40. Geburtstag blickt das Festival in diesem Jahr auf eine eindrucksvolle Geschichte zurück und schlägt zugleich mit vielen Neuerungen die Brücke in die Zukunft.

Jazz inmitten der Alben. Foto Guballa

Dass es hochkarätige Kunst und Kultur nicht nur in Städten zu erleben gibt, beweist das Salzburgerland erfolgreich seit vielen Jahren. Vorreiter ist hier schon lange die Region Saalfelden Leogang. Sie bietet Abwechslung pur. Tagsüber durch die atemberaubende Berglandschaft wandern, am Abend ein Konzert bei Sonnenuntergang genießen. In den vergangenen 40 Jahren hat sich das Internationale Jazzfestival in Saalfelden Leogang einen hervorragenden Ruf für zeitgenössischen und experimentellen Jazz erarbeitet. Es war eine Hand voll junger Musikliebhaber, die Mitte der 70er Jahre nicht mehr ständig verreisen wollte, um Jazzkonzerte zu erleben. Kurzum beschloss man, die Jazzmusiker nach Saalfelden einzuladen – und gründete ein eigenes Jazzfestival. Anfangs noch in einem Pferdestall veranstaltet, wuchs das Festival über die Jahrzehnte zu einem der renommiertesten seiner Art in Europa. In diesem Jahr wird die Urlaubsregion vom 22. bis 25. August vier Tage lang zum Spielplatz für alle Musikliebhaber. Dann wird der Jazz aus verrauchten Kellerkneipen hinaus ans Licht und an die frische Bergluft gebracht. Denn die Konzerte finden nicht nur drinnen statt, sondern auch draußen in der Stadt und oben auf den Almen mitten in den Bergen. An diesen außergewöhnlichen Spielstätten haben die Auftritte der internationalen Musiker immer einen ganz besonderen Sound.

Treffpunkt für Jung und Alt, Jazzfans und Laien

Längst ist es nicht mehr nur ein Festival für eingefleischte Jazzfans. Auch Laien, die manchmal ganz zufällig in den Genuss eines Auftritts kommen, sind begeistert von den Konzerten. Mario Steidl, seit 15 Jahren Intendant des Festivals, setzt im Jubiläumsjahr auf ein abwechslungsreiches Programm: „Jazz wird ja stets sehr offen interpretiert und ist bekannt für seine Vielschichtigkeit. Die Sounds reichen von weichen, sonoren Klängen, fließenden Synthie-Soli bis hin zu spitzen, rauen Melodien. Die internationalen Künstler, die wir einladen, setzen sich mit verschiedensten Stilrichtungen auseinander und überraschen das Publikum Jahr für Jahr mit neuen, ungewöhnlichen Kompositionen.“ Zum 40. Geburtstag haben sich die Organisatoren viel vorgenommen. „Von den bisher etwas mehr als 30 Konzerten stocken wir auf über 60 Konzerte auf und schaffen auf dem Stadtplatz ein neues Festivalzentrum mit einer eigenen Konzertbühne und einem jungen und attraktiven Gastronomiekonzept. Es wird ein Platz, auf dem es brutzelt und brodelt, ein Treffpunkt für Jung und Alt, für Einheimische und internationale Besucher“, so Steidl. Mit Maja Osojnik und Lukas König wurden zwei Artists in Residence nominiert, die gleich mehrere Projekte präsentieren werden – in einem alten, leerstehenden Bezirksgericht ebenso wie in der Buchbinderei eines kunstsinnigen Mäzens. Weitere Konzerte finden sich beispielsweise in einer Buchhandlung und im Museum Schloss Ritzen. Auf den umliegenden Almen kommen noch einige Überraschungen hinzu – wie etwa eine ganztägig geführte Konzert-Wanderung mit österreichischen Musikern oder ein Mountainbike Trail verbunden mit Jazzkonzerten bereits einen Tag vor dem offiziellen Festivalstart. Die kostenlosen Konzerte im Kunsthaus Nexus mit der Reihe „Nexus +“ werden um zusätzliche Konzerte und Visual Art-Projekte ergänzt. Ein ganzer Park inmitten des Ortes wird zum musikalischen Treffpunkt im Grünen – mit drei Tagen voller DJ-Sets und Konzerten.

Natur-Sound: Jazz auf den umliegenden Almen

Die optischen Höhepunkte des Jazzfestivals finden nach wie vor auf den Almen statt – Jazz, kostenlos und draußen, vor der gigantischen Bergkulisse der Steinberge. Auf drei Almhütten, der Forsthofalm, der Stöcklalm und auf dem Vorderkühbühelhof treten unterschiedliche Bands auf. Wer diese wirklich außergewöhnlichen Konzerte erleben möchte, muss einfach nur die Wanderschuhe schnüren, auf den Berg gehen, um dann bei einem kühlen Bier und einer zünftigen Brettljause die einzigartige Atmosphäre und die coole Jazzmusik genießen zu können.

Saalfelden verspricht mit der Neukonzeption fünf großartige Festivaltage, prall gefüllt mit Konzerten und ist mit seinem Programm ein absoluter Hot Spot für Jazzfans und Szenekenner. Mit seinem kostenlosen Rahmenprogramm in und um die Stadt herum bietet das Festival zudem ein einzigartiges Flair erfüllt von Musik und das über den ganzen Tag verteilt. Wer nach unzähligen Konzerten, die ohnehin schon bis in die Nacht hinein andauern, noch immer nicht genug hat, kann bei groovigen Late Night Konzerten im Kunsthaus Nexus bis in die frühen Morgenstunden feiern und abtanzen.

Infos zu Programm und Karten unter www.jazzsaalfelden.com/