„Christmas With My Friends“ ist für die meisten Jazzfans mittlerweile ein fester Begriff. Mit seinen Freunden Jonas Knutsson, Johan Norberg und Eva Kruse sowie den vier Sängerinnen Jeanette Kohn, Ida Sand, Jessica Pilnäs und Sharon Dyall feiert der schwedische Posaunist, Sänger und Produzent Nils Landgren seit 2006 jedes Jahr ein musikalisches Weihnachtsfest mit traditionellen Weihnachtsliedern aus Europa, skandinavischer Folklore und Christmas-Songs aus den USA. Andreas Guballa hat mit Nils Landgren gesprochen.

Vor zwölf Jahren sind Sie das erste Mal in Ihren roten Samt-Smoking geschlüpft, um „Christmas With My Friends“ zu feiern. Gibt es überhaupt soviele Weihnachtslieder, um jedes Jahr mit einem neuen Programm aufzutreten?

Das hatte ich am Anfang auch nicht vermutet, aber wurde mittlerweile eines Besseren belehrt. Es gibt noch so viele Songs, die uns berühren und die wir gerne spielen und singen würden. Und wenn uns die Weihnachtslieder mal ausgehen, schreiben wir einfach unsere eigenen.

Wie ist die Idee zu dem Projekt entstanden?

Mich hat es mein ganzes Erwachsenenleben lang gestört, dass Weihnachtslieder oftmals überladen und kitschig klingen. Daher wollte ich meine eigenen musikalische Idee umsetzen, wie Weihnachten klingen sollte, und habe alles weggenommen, was nicht notwendig ist, damit die Botschaft wieder klar wird: Weihnachten sollte eine Zeit für Freunde und Familie sein, eine Zeit innezuhalten und nachzusinnen; aber eben auch die Zeit der Freude, die wir mit Weihnachten verbinden. Es ist die Besinnung auf das Wesentliche, was für mich immer wieder einfach notwendig ist.

Was ist das Geheimnis des Erfolges?

Die Menschen mögen unseren skandinavisch angehauchten Ton der Musik. Und wir verbinden das Ganze mit einer gewissen Portion Humor. Natürlich liegt es auch an der musikalischen Qualität meiner Gäste, die eine breite Palette von Genres abdecken: klassisch oder soulig, Gospel oder Pop, Blues oder Jazz. Was man sich sonst von den verschiedensten Interpreten zusammensuchen muss, das bekommt man hier aus einem Guss. Dieses harmonische Mit- und Nebeneinander ganz unterschiedlicher Stimmen dürfte ein Geheimnis des Erfolgs sein.

Wie stellen Sie das Konzertprogramm zusammen?

Das Programm entsteht im denkbar besten Geiste der Freundschaft: Ich habe natürlich
immer selbst ein paar Ideen, bitte aber jeden um zwei Vorschläge. Dann schauen wir, wie es
am besten passt und wie wir es arrangieren können, vor allem für Gitarre und Klavier als
leitende Harmonieinstrumente. Dabei schöpfen wir aus dem riesigen Katalog der Weihnachts- und Adventsmusik, von traditionellen skandinavischen Liedern über amerikanische Christmas-Evergreens wie „Merry Christmas Baby“ bis hin zu klassischen Stücken, zum Beispiel „Wie soll ich dich empfangen“ von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy. Zudem gibt es auch ein paar eigene Kompositionen von Johan Norberg, Jessica Pilnäs und mir. Wir suchen immer die Mischung aus, von der wir glauben, dass sie am besten zum Konzert passt.

Was ist Ihr Lieblings-Weihnachtslied?

„Jul, jul, strålande jul“ – Das Lied aus dem Jahr 1921 ist eines der bekanntest schwedischen Weihnachtslieder des 20. Jahrhunderts. Es beschreibt Weihnachten als weiß und schneebedeckt verbunden mit dem Wunsch, dass Weihnachten Licht und Frieden bringt.

Wie kommen Sie in Weihnachtsstimmung?

Ich brauche eigentlich nur meine Frau, etwas Gutes zu essen und vielleicht Zeit mit ein paar guten Freunden.

Haben Sie einen besonderen Weihnachtswunsch?

Ich habe zwei Wünsche. Erstens, dass wir irgendwann einen richtigen Frieden auf der Erde erleben dürfen. Zweitens wünsche ich mir die Biografie von Michelle Obama.

Karten an den bekannten VVK Stellen.
Die CD zum Konzert ist im Oktober erschienen bei actmusic (ACT 9872-2)