Am 22. Oktober 2015 erscheint das neue Abenteuer von Asterix und Obelix unter dem Titel „Der Papyrus des Cäsar“.

Es ist bereits das 36. Abenteuer von Asterix und seinem treuen Freund Obelix und das zweite unter der Ägide des neuen Autoren-/Zeichner-Teams Jean-Yves Ferri und Didier Conrad. Ob der römische Kaiser getreu seinem Leitspruch „Veni vidi vici“ diesmal eine Chance gegen die Gallier hat und welche Rolle der Papyrus dabei spielt, das hat Andreas Guballa versucht, dem deutschen Übersetzer, Klaus Jöken, zu entlocken.

Asterix - Copyright Egmont Ehapa Media

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Herr Jöken, am 22. Oktober erscheint mit „Der Papyrus des Cäsar“ das neue Abenteuer von Asterix und Obelix. Worauf dürfen sich die Leser freuen?

Der Kampf zwischen Galliern und Römern wird zur PR-Schlacht. Schuld daran ist der Enthüllungsjournalist Polemix, der die Dorfbewohner über die Vorgänge im Römischen Reich aufklären will. Pate für diese neue Figur stand übrigens der WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Außerdem geht es auch um Information als Waffe in Kriegszeiten. Inspiriert von der Schrift „Der Gallische Krieg“, die aus Cäsars Sicht dessen Feldzüge in Gallien beschreibt, schafft das neue Heft eine Art Spindoktor der Antike: Die Figur Syndicus (im französischen Original: Bonus Promoplus) hält als Kommunikationsberater des römischen Herrschers die Fäden in der Hand. Mehr darf ich leider nicht verraten. Es bleibt also geheimnisvoll mit welcher List Cäsar dieses Mal versuchen wird, sein Ziel zu erreichen.

 

Wie hat sich Asterix mit dem neuen Autoren/Zeichner-Team Jean-Yves Ferri und Didier Conrad verändert?

Beide haben sich bei „Asterix bei den Pikten“ wahnsinnig gut eingearbeitet und die Stimmung sehr gut getroffen. Auch vom zeichnerischen her haben sie den Faden meines Erachtens nahtlos von den Vorgängern aufgenommen.

 

Sie haben sich schon früh auf das Übersetzen von Comics spezialisierte, von denen Sie bereits rund 350 ins Deutsche übertragen haben. Wo liegen die Unterschiede von der Übersetzung eines Comics zu der eines Romans?

Zu Anfang dachte ich: Mach etwas einfaches, übersetze erst einmal einen Comic. Aber die Schwierigkeiten wurden schnell deutlich, denn man hat nur einen begrenzten Text. Die Sprechblasen in den Comic stehen immer fest, aber bei einer Wort-zu-Wort-Übersetzung aus dem französischen hat man zirka 20 Prozent mehr Text. Die deutschen Wörter sind nämlich deutlich länger. Deswegen muss man sich kurz halten, damit die selben Informationen in die Sprechblasen passen. Bei einem Roman hingegen kann man einfach hinten ein paar Seiten mehr dran hängen.

 

Macht Ihnen das Übersetzen von Comics trotzdem mehr Spaß als das anderer Texte?

Mir hat das immer gefallen, weil es ein überschaubares Arbeitspensum ist. Einen Comic übersetze ich normalerweise in einer Woche. Und danach habe ich ein neues Projekt – einen Western, einen Krimi oder ein Funny Script. Bei einem Roman hat man 400 oder 500 Seiten und ist dann über Monate mit der gleichen Geschichte beschäftigt. Nach zwei Monaten bleibt der Spaß dann auf der Strecke.

Wie erklären Sie sich den langanhaltenden und generationsübergreifenden Erfolg der Asterix-Comics in Europa?

Darüber rätseln ja selbst die Autoren. Für mich hat Asterix immer den Ton der Zeit getroffen. Die Geschichten behandeln ja gesellschaftliche Probleme auf humorvolle Weise und das mögen die Menschen. Außerdem steckt doch in jedem von uns ein kleiner Rebell.

 

Wie gestaltete sich der Ablauf beim Übersetzen des neuen Asterix zwischen dem ersten Lesen des Scripts und der vollendeten letzten Sprechblase?

Einen normalen Comic übersetze ich wie gesagt in einer Woche. Bei Asterix setze ich dafür zwei Monate an. Ich schließe mich dann in mein Arbeitszimmer ein und fange an, den Comic von vorne bis hinten zu übersetzen. Dann korrigiere ich das ganze und feile es sprachlich aus. Dann kommen die ganzen Wortspiele, die man hineinbringen muss. Dafür muss man kreativ sein, denn die kann man nicht so einfach übersetzen. Das nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Wenn mir meine letzte Fassung gefällt, reiche ich sie beim Verlag ein und gehe mit den Lektoren noch einmal alles durch. Dann wird das Skript nach Paris geschickt, wo der französische Verlag den Text nochmal zurück übersetzt, um zu kontrollieren, ob alles okay ist. Wenn wir dann grünes Licht bekommen, geht der Comic in Druck.

 

Haben Sie einen Lieblingsband?

Da ich Geschichte studiert habe, finde ich „Die Odyssee“ genial.

 

Haben Sie eine Lieblingsfigur?

Mir gefällt vor allem Troubadix, den erfolglosen Künstler, der trotz aller Anfeindungen nie aufgibt.

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Das neue Asterix-Album „Der Papyrus des Cäsar“, Band 36 erscheint am 22.10.2015 im EHAPA Verlag.