Die schwedische Insel Ven im Öresund ist das perfekte Ausflugsziel, das man leicht auf dem Fahrradsattel erschließen kann und ein unvergessliches Erlebnis bietet.

Von Landskrona aus ist sie schon mit dem bloßen Auge zu sehen, die kleine Insel Ven im Öresund. 1660 haben die Schweden das Eiland gegen Bornholm getauscht, weil sie eine strategisch gute Lage auf einer damals immer wichtiger werdenden Schifffahrtsstraße zwischen der Ostsee und den Weltmeeren bot. Heute lädt Ven stattdessen ein zum Verweilen und Seele baumeln lassen.

Eine der schönsten Jugendherbergen Schwedens direkt am Meer

Eine der schönsten Jugendherbergen Schwedens direkt am Meer

Das Auto lässt man am besten auf dem Festland und nimmt das Schiff. Die Überfahrt von Landskrona, knappe 45 Kilomater nördlich von Malmö, dauert zirka eine halbe Stunde. Beim gemächlichen Hintuckern des Schiffes fällt der Stress langsam von einem ab. Nach dem Trubel beim Ankommen und dem Zurechtfinden am Hafen sind das erste, was es zu entdecken gibt, die gelben Fahrräder, die einem zu einer Rundfahrt über die Insel einladen. Vorbei an den vielen gleichfarbigen Rapsfeldern, hin und wieder einem kleinen Dorf, dann entlang am Strand hin zum höchsten Punkt der Insel. Dort heißt es vom Fahrrad steigen und genießen, was Ven vor allem zu bieten hat: Ruhe.

Die Insel der gelben Fahrräder

Die Insel der gelben Fahrräder

Ein Muss ist der Stopp im Tycho-Brahe-Museum, das in einer alten Kirche untergebracht ist. Der berühmte Astronom lebte und forschte von 1576 bis 1597 auf Ven. Zu dem Museum, das sehr anschaulich die Geschichte des adligen „Herrn der Sterne“ und seiner Zeitgenossen darstellt, gehört auch das Observatorium. Seine unterirdische „Stjärneborg“ (Sternenburg) wurde vor einigen Jahren rekonstruiert und dank muldiamedialer Präsentationen kann man heute zusammen mit Tycho Brahe das Universum neu entdecken.

Tycho Brahe Museum

Tycho Brahe Museum

Nach dem Besuch lädt das zum Museum gehörige Cafe zu einem kleinen Snack mit Kaffee und Kuchen ein oder man nutzt die zahlreichen Picknickplätze für sein eigenes „smörgås“.

Dann geht’s weiter mit dem Fahrrad zum Wahrzeichen der Insel, der kleinen weißen mitteralterlichen St. Ibb Kirche, die 35 Meter hoch über den Kyrkbacken an der Westseite liegt. Sie wird gern als romantische Kulisse für Hochzeiten genutzt. Das mehr als 700 Jahre alte Gotteshaus hat die wechselvolle Geschichte Vens ohne größere Schäden überstanden.

Von dem hohen Plateau, der grasbewachsenen Steilküste „Vens Backafall“, einem Naturreservat, hat man einen grandiosen Blick auf den Öresund.

Als Alternativprogramm zum Kirchenbesuch lohnt der Besuch einer der bestsortiertesten Whiskybars der Welt „Spirit of Hven“ in Backfallasbyn an. Dort werden auch eine hauseigene Whiskymarke und andere Spirituosen hergestellt. Es gibt geführte Besichtigungen mit Degustation. Wer dann zu tief ins Glas geschaut hat, kann im angeschlossenen Hotel mit eigenen Spa – Bereich übernachten.

Bei der Weiterfahrt erlebt man die artenreiche Flora der Insel und auffallend die vielen Hasen, die immer wieder über die Felder springen. Auch mancher Fasan fliegt aufgeschreckt an den Radlern vorbei.

Wer nicht selber fahren will, lässt sich fahren

Wer nicht selber fahren will, lässt sich fahren

Wenn sich gegen Abend der Hunger bemerkbar macht, ist ein Besuch im Tuna Krog angesagt. Das Gasthaus hat eine ganz spezielle Atmosphäre: die Einrichtung erinnert eher an ein Wohnzimmer als an eine Bar. Auf den Tischen liegen Bücher, in denen man blättern kann, während man sich auf das Essen freut. Es besteht aus lokalen Spezialitäten und ungewöhnlichen Kombinationen, die man so nicht erwartet, aber ein wahrer Genuss sind. Angerichtet sind die Gerichte liebevoll mit Blumen und Blättern, so dass der Spruch „das Auge isst mit“ hier seinen Ursprung zu haben scheint. Neben dem Essen finden hier im Sommer regelmäßig Jazz-Konzerte statt. „Hier bekommt das Herz, das Hirn und der Magen Nahrung“, sagt daher auch zu recht das Gastronomenehepaar Rita und Mikael.

Tuna Krog

Tuna Krog

Da die Insel nur gut zwei Kilometer breit und 4,5 Kilometer lang ist, wird die „Perle im Öresund“ gern von Tagesausflüglern besucht. In den Sommermonaten gibt es zusätzliche Fährverbindungen nach Råå bei Helsingborg und Kopenhagen. Der richtige Erholungseffekt tritt aber natürlich erst bei einem mehrtägigen Besuch ein.

 

Anreise:

Am bequemsten geht’s mit der Fähre von Travemünde nach Trelleborg (www.ttline.com) und dann weiter mit dem Zug oder dem Auto 75 Kilometer auf der E6 nach Landskrona. Alternativ kann man mit dem Europaspezial Südschweden ab 39 Euro mit der Bahn anreisen.

Unterkunft:

Übernachten kann man u.a. auf dem Campingplatz „Vens Camping“ direkt am Öresund. Neben Platz für das eigene Zelt oder den Wohnwagen bietet der Campingplatz auch die typischen Stugas, einfache Hütten für bis zu sechs Personen, an.

Eine andere günstige Alternative ist eine der schönsten Jugendherbergen Schwedens mit direkten Blick über den Hafen. Achtung, die Betten sind gerade im Sommer schnell vergeben. Reservierung unbedingt empfohlen.

Außerdem gibt es natürlich die typischen Ferienwohnungen und Bed and Breakfast, zum Beispiel „Mildahn’s B&B“, das Zwei- und Vierbettzimmer bietet.